Trauma, PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)/ PTSD (Posttraumatic Stress Disorder)

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Vom Zwang des Vergessens, der Sprachlosigkeit, der Wiederholung zum heilsamen Erinnern.

Traumatische Erlebnisse sind Situationen, die innerlich oder äußerlich so existenziell bedrohlich erlebt werden, dass ein Mensch sich hilflos und ohnmächtig ausgeliefert fühlt, weder fliehen noch dagegen ankämfen kann, auch keine Hilfe durch einen anderen Menschen zur Verfügung steht, oft verbunden mit Todesangst und körperlichem Schmerz und Verletzung. Im Englischen wird dies als „No Flight- No Fight- Freeze“ bezeichnet. Das Gehirn schaltet in einen Überlebensmodus um, der nach einer kurzen Phase von Übererregtheit in einen Schockzustand (Freeze, wie- gelähmt- sein) umschaltet, in dem keinerlei Reaktion mehr möglich ist, weder denken noch fühlen noch handeln. Viele Zentren im Gehirn werden abgeschaltet oder übererregt, so dass kein sinnvoller Informationsverarbeitungsprozess mehr möglich ist, einerseits bleibt ein „Traumastate“ im Gehirn gespeichert, andererseits kommt es zu einem Fragmentieren der unterschiedlichen Erlebensaspekte im Gedächtnis. Dies sind autoprotektive Wahrnehmungsveränderungen, die zunächst einmal lebensrettend sind.

Typische traumatisierende Ereignisse können sein: 

  • ‍körperliche Misshandlungen
  • insbesondere sexuelle Gewalterfahrungen
  • seelische Grausamkeit und schwere Vernachlässigung durch nahe, vertraute Menschen
  • Naturkatastrophen
  • Kriegserlebnisse
  • Gefangenschaft
  • Folter
  • schwerer Unfall
  • Operationskomplikationen
  • invasive medizinische Maßnahmen
  • intensivmedizinische Behandlungen
  • lebensbedrohliche Erkrankung
  • Geburtskomplikationen,
  • Verlust/ Tod naher Bezugspersonen u.a.. 

Solche Erlebnisse können auch dann traumatisierend wirken, wenn sie als Zeuge erlebt wurden (z.B. v.a. Feuerwehrleute, Notärzte, Rettungssanitäter, Soldaten  aber auch andere).Oft kommt es innerhalb einiger Wochen oder weniger Monate durch eine nachträgliche Verarbeitung nach dem Ereignis zu einem Selbstheilungsprozess, insbesondere wenn liebevoll zugewandte Menschen dabei helfen. 

Manchmal bleiben jedoch sehr belastende Symptome: 

  • ‍Wiedererleben des Traumas durch Alpträume, Flashbacks (Erleben, als sei das Trauma gerade jetzt), sich aufdrängende Bilder des Traumas, quälende Körperempfindungen, starke Gefühle (die stärker sind als es in der aktuellen Situation angemessen wäre)
  • Körperliche Übererregtheit wie z.B. Schwitzen, Blutdruck- oder Pulsanstieg, Erröten, gesteigerte Nervosität und Unruhe, massive Muskelverspannungen, schnellere Atmung, trockener Mund, Angst oder Panik
  • Körperliche Untererregtheit wie z.B. sich- wie- gelähmt- fühlen, Gefühl der Gefühllosigkeit, Sprachlosigkeit, Antriebslosigkeit, übermäßiges Frieren oder Kälteempfinden, nicht- mehr- atmen- können
  • Vermeidungsverhalten wie ausgeprägtes Misstrauen, Vermeiden bestimmter Menschen oder Orte oder Situationen, sozialer Rückzug, Süchte, zudem Depression, Zwänge, Idealisieren oder stark abwerten anderer Menschen, Perfektionismus, Selbstmordgedanken, Suizidalität, körperliche Symptome und Erkrankungen, Essstörungen
  • und dissoziative Phänomene wie nicht- fühlen- können, nicht- denken- können, handlungsunfähig- sein, Ereignisse/ Situationen/ Begegnungen nur zum Teil oder verzerrt wahrnehmen oder nicht mehr erinnern können, usw.

All diese möglichen Symptome sind eine normale – und damals überlebensnotwendige!!! – Reaktion auf eine damalige völlig unnormale (traumatisierende) Situation!

Neben der Diagnose der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, PTSD) gehören Diagnosen wie Angst- und Panikstörung, Borderline Persönlichkeitsstörung, Depression, somatoforme Störungen/ Somatisierungstörungen, oder die verschiedenen Dissoziativen Störungen, inklusive der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS)/ Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS) zu den Diagnosen, die diese Phänomene zu beschreiben versuchen.

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